San Cristobal de las Casas
- Andrea & Noé
- 29. Nov. 2019
- 2 Min. Lesezeit
Zuerst windet sich die Strasse kurvenreich hinunter in eine weite Ebene.
Auf dieser Bergstrecke kommt uns plötzlich eine endlose Kolonne von Tanklastwagen entgegen. Pech für uns, denn wir können den langsamen LKW vor uns lange Zeit nicht überholen.
Später fahren wir durch einen riesigen Windpark.
Wir treffen wiederum Nicole und Sebastian und übernachten zusammen auf dem Parkplatz eines Hotels. Dort sind auch zahlreiche Polizisten und Polizistinnen einquartiert, die ständig an unseren Autos vorbeigehen. So gut bewacht waren wir auf unserer Reise noch nie!
Auf der Weiterreise sehen wir immer wieder Brandrodungsfeuer am Strassenrand.
Am Mittag erreichen wir „San Cristobal de las Casas“.
Diese Stadt liegt im Bundesstaat Chiapas mitten in den Bergen.
Die Tradtionen der Mayakultur werden in den Bergregionen dieses Gebietes noch gelebt.
Leider ist der natürliche Reichtum dieses Staates extrem ungleich verteilt, die Einnahmen aus Bananen-, Kaffee- und Kakaoplantagen, den Edelsteinminen, Erdölstätten und Stromerzeugung gelangen nur in wenige Hände. Auch der Holzraubbau des Regenwaldes ist ein grosses Problem.
Viele Dörfer der Indigena sind nicht an das Stromnetz angeschlossen, die Armut ist hoch.
Die Zapatisten forderten daher 1994 soziale Gerechtigkeit und kulturelle Autonomie für die Indigenas.
Diese Forderungen wurden von der Regierung nicht eingelöst, alles blieb beim Alten. Daher kommt es immer wieder zu Protesten und Strassenblockaden.
In „San Cristobal“ treffen drei verschiedene Welten aufeinander: Die Stadtbewohner der Ladinos (Nachfahren von Europäern und Mestizen), die Indigenas aus den umliegenden Dörfern, die in der Stadt ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Kunsthandwerk verkaufen und die ausländischen Touristen.
Die Touristenstrassen sind herausgeputzt und es hat zahlreiche Restaurant und Cafés. Natürlich fehlen auch die Souvenirshops nicht.
Viel interessanter ist die Gegend rund um den „Mercado Muncipal“.
Hier verkaufen die Nachfahren der Mayas in bunten Trachten ihre Erzeugnisse.
Es herrscht ein reges Treiben. Wir schlendern lange durch die engen Marktgassen und können uns an den interessanten Gesichtern der Menschen und all den Waren nicht sattsehen.









Danach besuchen wir noch das Textilmuseum und staunen über die vielfältigen und kunstvollen Verarbeitungsweisen und farbenfrohen Trachten der indigenen Bevölkerung.
Die Symbolik einiger Webmuster gehen auf die Mayas zurück. Es handelt sich dabei oft um Sinnbilder für den Kreislauf des Lebens oder Fruchtbarkeitssymbole.
An den Trachten kann man erkennen, aus welchem Dorf die Trägerin oder der Träger eines Kleidungsstückes kommt.
Zusammen mit der eigenen Sprache ist die Webkunst heute ein wichtiges Indenditätssymbol der Indigenas.
In dieser Stadt trennen sich die Wege von unseren beiden Freunden, mit denen wir nun einen Monat lang in Mexiko unterwegs waren und uns endgültig. Es war eine schöne und interessante Reise mit vielen grossen und kleinen Abenteuern und unendlich vielen Erinnerungen.
Früh am Morgen geht unsere Reise weiter. Die Strassen der Stadt liegen nach dem Wochenende noch völlig einsam und leer vor uns.
Karte: San Cristobal de las Casas

























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