Grand Staircase Escalante
- Andrea & Noé
- 25. Sept. 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Feb. 2022
Das "Grand Staircase Escalante National Monument" schützt ein riesiges Gebiet von 7'700km2. Das Land steigt von Süden her treppenartig in die Höhe. Die Klippen sind rot, orange, weiss, grau und rosa. Das Land gilt als Wüste. Die Strassen sind nur für 4x4 Fahrzeuge befahrbar, weshalb die Gegend nicht so gut erschlossen und daher bis jetzt vom Massentouristmus verschont geblieben ist. Die Wanderungen müssen gut geplant und vorbereitet sein. Ein Wetterumschwung kann unter Umständen bedeuten, dass man hier mehrere Tage festsitzt.
Wir haben bereits zu Hause viel über dieses abgelegene Gebiet recherchiert und freuten uns sehr darauf, diese Landschaft zu erkunden.
Endlich ist es soweit, wir sind in "Escalante" und unser Abenteuer rund um die "Hole in the Rock Road" kann beginnen. Diese Strasse ist 89 km lang und nur bei schönem Wetter befahrbar. Sie folgt der historischen Route, die von den Mormonen in den Jahren 1879/80 auf ihrer Reise über den "Colorado River" benutzt wurde.
Wir nehmen genug Wasservorräte mit, denn es wird empfohlen, täglich 4 Liter davon zu trinken.
Zuerst machen wir einen kleinen Stopp bei "Devils Garden" und sehen uns die Steinskulpturen an.
Dann besuchen wir den Slot Canyon "Peek-A-Boo".
Um den Eingang zu erreichen, müssen wir zuerst hinaufklettern. Kurz nach dem Eingang hat es schöne Bogen. Wir dringen weiter in den Canyon vor und staunen immer wieder über die Formen, die das fliessende Wasser geformt hat.
Plötzlich entdecken wir eine gelbschwarze Schlange. Bekanntlich stehen diese Farben im Tierreich für Gefahr, sie ist sicher giftig. Deshalb gehen wir nicht zu nahe an sie ran und lassen sie in Frieden. Später zeigen wir einer Rangerin das Foto und erfahren, dass es sich um eine ungiftige Gophernatter handelt. Bei Gefahr ahmt sie eine Klapperschlange nach, indem sie sich zusammenrollt und ihren Schwanz schüttelt und täuscht so ihre Feinde.
Es ist immer wieder interessant, was sich Tiere und Pflanzen alles einfallen lassen, um zu überleben.
Um die "Spooky Gulch" zu erreichen, marschieren wir über Felsen und Sand zum oberen Eingang des Slot Canyons. Ein Mann kommt uns mit einem zerrissenen T-Shirt und Schrammen an den Armen entgegen. Dann versperrt ein riesiger Stein den Weg und wir müssen durch zwei kleine Löcher nach unten in die Dunkelheit klettern. Ein eher unheimliches Gefühl, wenn man den Weg nicht kennt und man froh ist, wieder Licht zu sehen. Es ist sehr eng und immer wieder gibt es korkenzieherartige Drehungen im Fels, die nach unten führen. Da kommt man nur durch, wenn man den ganzen Körper in der Windung mitdreht und sich mit Füssen, Armen und Po an der Wand abstützt.
Dieser Slot Canyon ist der Eindrücklichste von allen.
Die Nacht vor der Wanderung in die "Coyote Gulch" verbringen wir in der Nähe des "Chimney Rocks".
Unglaublich, wie still es hier in der Nacht wird!
Am nächsten Morgen wandern wir vom Parkplatz aus Richtung "Hurricane Wash".
Die Gegend ist hügelig, Felskuppe reiht sich an Felskuppe. Es gibt keine Wanderwege und wir suchen eine ganze Weile nach einem nicht zu steilen Eingang in die Wash.
An einem Abhang entdecken wir in den Rillen des Sandsteins "Moqui-Marbles", die auch "aus der Erde geborene Steine" genannt werden. Der Kern aus Sandstein wird von einer härteren Schicht aus Eisenoxid ummantelt. Diese Steine wurden früher von den Ureinwohnern als Wurfgeschosse oder Spielzeuge verwendet und die daraus gewonnene Farben für rituelle Bemalungen und Felsenzeichnungen gebraucht. Sie haben bis heute eine mystische Bedeutung: Die runden Steine sind weiblich und die linsenförmigen männlich.
Andrea ist total begeistert und kann die Augen kaum mehr vom Boden abwenden. Sie findet einen "Doppelmoqui" und kann es natürlich nicht lassen, diesen mitzunehmen.

Die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel und wir sind froh, als wir diesen endlich finden.
Im Schatten der Felsen und durch dichte Sträucher gehen wir weiter zur "Coyote Gulch". Die Wände wachsen immer mehr in die Höhe und wir entdecken in der Schlucht kleine Wäldchen, verborgene Oasen mitten in diesem wüstenähnlichen Gebiet.
Immer wieder flitzen Eidechsen vor den Füssen durch oder kleine Frösche hüpfen davon.
Und dann sehen wir ihn, den "Jacob Hamblin Arch", direkt nach einer überhängenden Felswand. Wir stellen unser Zelt beim Bogen im sandigen Untergrund auf.
Die überhängende Steilwand verstärkt unsere Stimmen.
Dieser Zeltplatz ist absolut grandios.
Am nächsten Tag wandern wir flussaufwärts der "Coyote Gulch" entlang und dann wieder über den Fels hinauf zu unserem Ausgangspunkt. Unterwegs sehen wir einen Hasen mit sehr langen Ohren. In der Hitze macht er sich nicht die Mühe einer langen Flucht, sondern versteckt sich einfach hinter der nächsten kleinen Busch.
Danach fahren wir ans Ende der Strasse zum "Hole in the Rock".
Diese steile Rinne im Fels führt hinunter zum "Lake Powell".
Das natürliche Loch wurde 1879 durch Dynamit erweitert. Mormonische Siedler liessen in 80 Planwagen mit Hilfe von Seilen und blinden Pferden diesen Spalt zum "Colorado River" hinunter. Dies erscheint uns unvorstellbar.
Nach einer weiteren Nacht hier draussen besuchen wir den "Dance Hall Rock", einen hohen leicht überhängenden Stein mit einer grossen relativ ebenen Fläche.
Hier wurden von den Mormonen auf ihrer Expedition 1879/80 Tanzveranstaltungen abgehalten.
Im Gebiet dahinter entdecken wir einige tiefe Löcher im Fels. In einigen von ihnen wachsen sogar Bäume. Diese "Weathering Pits" entstanden nicht durch fliessendes Wasser oder Gletscher. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielt der Wind, wie dies aber genau abläuft, ist noch immer unklar.
Es ist faszinierend, wie sich Pflanzen in dieser wüstenartigen Gegend Nischen erobern, wo sie überleben können.
Müde, ziemlich sandig und verschwitzt kehren wir nach Escalante zurück.
Eine Wäsche für Mensch und Auto ist nun dringend nötig!
Uns hat die kleine Reise in diese faszinierende und raue Wüstengegend sehr gut gefallen.
Es gäbe hier noch sehr viel Interessantes zu entdecken.
Besonders speziell fanden wir, dass man der Gegend nicht ansieht, dass sich überall kleine Seitencanyons des "Escalante Rivers" verstecken, kleine verborgene Oasen voller Leben in der Gluthitze der Stein- und Sandlandschaft.
Karte: Grand Staircase Escalante
















































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