Ein rollendes Mikrohaus
- Andrea & Noé
- 8. Feb. 2018
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr. 2021
Von Anfang an ist für uns klar, dass eine Reise auf der Panamericana eine Abenteuerreise werden soll. Wir möchten gerne viel in der Natur unterwegs sein und auch die Möglichkeit haben, an entlegene Orte zu gelangen. Um diese Ziele zu erreichen, werden immer wieder Offroadstrecken zu meistern sein, welche ein 4x4 Fahrzeug notwendig machen.
Mieten, vor Ort kaufen oder verschiffen?
Da man mit einem Mietauto nicht über mehrere Landesgrenzen fahren kann, fällt diese Option von vornherein weg.
Eine andere Möglichkeit ist, vor Ort ein Fahrzeug zu kaufen, was aber den Nachteil hat, dass man dieses nicht richtig kennt und man es am Ende der Reise innerhalb kürzester Zeit wieder verkaufen muss.
Daher entscheiden wir uns dafür, ein geeignetes Fahrzeug in der Schweiz zu kaufen und über den Ozean zu verschiffen. Das eigene Auto kennt man mit der Zeit wie seine Westentasche, hat den Zustand von Bremsen, Rädern etc. besser unter Kontrolle und kann kleine Reparaturen gut selber machen.
Verschiedene Reisemobile
Wir machen uns mit den unterschiedlichsten Arten von Reisemobilen vertraut.
Vom einfachen Geländewagen mit Dachzelt bis zum Lastwagen mit Wohnkabine gibt es eine riesige Fülle an Fahrzeugkonzepten:

Anforderungen an unser rollendes Zuhause
Die bisherigen Reisen haben wir meist mit Mietwagen, Zelt und möglichst wenig Gepäck absolviert. Für eine längere Reise wünschen wir uns daher ein kleines fahrbares Zuhause mit allem Nötigen, aber ohne Luxus. Eine Art Offroad-Camper mit Schlafstätte, Kleinstküche und etwas Stauraum wäre ideal.
Welches Fahrzeug?
Ein Geländewagen mit Dachzelt oder Klappdach dürfte für uns wohl das Richtige sein.
Zur Auswahl standen damit vor allem: Toyota Land Cruiser, Land Rover Defender und Jeep Wrangler.

Die Preise für Occasion Toyotas und Land Rovers sind in den letzten Jahren auf für uns fast unerreichbare Höhen gestiegen, weshalb wir auf den Jeep fokussieren.
Der Jeep gilt als eines der fähigsten 4x4 Fahrzeuge. Die Kletterfähigkeiten des Jeeps sind dank der extremen Achsverschränkung und guten Modifizierbarkeit des Fahrwerks legendär. Zudem hat er mit 76cm die beste Wattfähigkeit, um Flüsse zu durchqueren. Nicht zu verachten ist auch die ruhige und komfortable Fahrweise auf Autobahnen. Dafür hat er Mankos beim Innenraumangebot und ist wohl deshalb auf Langreisen eher selten anzutreffen.
Ein Vorteil ist sicher auch, dass wir dieses Auto bereits kennenlernen konnten. 2017 waren wir einen Monat lang mit einem gemieteten Jeep Wrangler im Hochland von Island unterwegs.
Dachzelt vs. Klappdach
Weil wir in einem solchen Fahrzeug nur wenig Platz haben, ist es sinnvoll, den Schlafplatz auf das Dach zu verlegen. Daher schauen wir uns verschiedene Konzepte von Dachzelten und Klappdächern an.
Aufklappdächer haben den Vorteil, dass ein grösserer Innenraum entsteht. Der Zustieg zum Schlafbereich erfolgt von innen. Man kann auf einer kleinen Fläche stehen, sich umziehen und nimmt bei Regenwetter nicht die ganze Nässe mit ins Bett, wie dies bei Dachzelten der Fall ist. Leider sind sie aber auch viel teurer als Dachzelte.
Ein weiterer Nachteil von Dachzelten ist, dass durch die grosse Kiste und das hohe Gewicht auf dem Dach die Kippgefahr deutlich steigt und sich der Luftwiderstand bzw. der Spritverbrauch deutlich erhöht.

Auf YouTube verfolgt Noé zwei „Abenteurer“, welche mit je einem solchen „Klappdach-Jeep“ seit längerem in den USA und in Afrika unterwegs sind.
In München können wir uns einen solchen Jeep mit Klappdach mal etwas genauer anschauen. Das Klappdach-Konzept überzeugt uns voll und ganz.
Fazit
Der Jeep ist aber auch mit diesem Umbau kein Wohnmobil.
Der nutzbare „Wohnraum“ ist sehr klein und bei geschlossenem Dach ist der Raum im Fond eigentlich nur noch im Notfall, zum Beispiel zum Abwarten eines Sturmes nutzbar.
Unter den Reisefahrzeugen ist dies ein absolut minimalistisches Konzept, der wahre Luxus eines solchen Reisemobils liegt in der Möglichkeit, fast überall hinzukommen.
Das gefällt uns.



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