Death Valley Nationalpark
- Andrea & Noé
- 19. Okt. 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. März 2022
Nach einem kurzen Abstecher in „Las Vegas“ inklusive Abfahren des berühmten „Las Vegas Strips“, nehmen wir Kurs auf das Death Valley.
Auf halbem Weg kommen wir am Abend in "Pahrump“ an und erhalten keinen Platz auf den Campings, da hier nur die grossen RV-Vehikel erwünscht sind. Nach einer langen erfolglosen Suche dämmert es bereits und wir fahren weiter nach „Death Valley Junction“. Das „Amargosa Opera House Hotel“ liegt wegen Stromausfall im Dunkeln, lässt uns aber nebenan über Nacht parkieren.
Am nächsten Morgen fahren wir in den kleinen Ort „Shoshone“, tanken auf und nutzen das WLAN des Ortsmuseums, um ein paar reiseplanerische Dinge zu erledigen.
Von "Shoshone" nehmen wir die Strasse 178 Richtung „Badwater“ und „Furnace Creek“.
Die Strasse führt stetig bergab und nach ca. 30 km befindet wir uns bereits in der tiefen Senke des Death Valley. Entsprechend steigt auch die Temperatur auf 36°C.
Vor uns liegt die topfebene Fläche eines ausgetrockneten Salzsees. Wir halten an und uns fällt sofort auf, dass es extrem still ist. Eine solche Ruhe haben wir noch nie erlebt: Kein Wind rauscht, kein Tier macht ein Geräuschs, kein Flugzeug lärmt am Himmel, nur die eigenen Schritte und unser Atem sind zu hören.
Bei „Badwater“, wo man auf den ausgetrockneten Salzsee hinaus gehen kann, herrscht dann aber grosser Trubel: Autobusse voller Touristen werden von Las Vegas her angekarrt.
Weit draussen auf der Salzfläche sind die schönsten hexagonalen Salzkrustenstrukturen zu sehen. Es ist 37°C! Zum Glück sind wir nicht im Hochsommer hier, denn das Thermometer kann dann auf 47°-57°C klettern. Wir stehen rund 80 Meter unter dem Meeresspiegel und schauen nach oben zur Wasseroberfläche und zu den vielen tausend Fischen, welche über unserem Kopf schwimmen.
Wir fahren weiter zum „Artists Palette Drive“, wo wir die bunten Hügel bestaunen.
Neu ist für uns die Farbe Grün im Gestein.
Im „Golden Valley“ machen wir einen kleinen Spaziergang durch verschieden eingefärbte Gesteinsschichten in der Nähe des „Zabriskie Points“.
Gegen den Abend finden wir auf dem grossen Camping von „Furnace Creek“ einen Stellplatz.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf zum „Zabriskie Point“.
Die braungoldene Hügellandschaft strahlt eine ganz eigene Magie aus.
Berühmt wurde die Gegend durch den gleichnamigen Film des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni (1970), der an diesem Ort einen psychedelischen Liebesfilm inszenierte.
Nun geht es zum „Racetrack“, einer berühmten Rennstrecke.
Auf dem Weg liegt der „Ubehebe Krater“. Er entstand, als aufsteigendes Magma auf Grundwasser stiess und zu einer riesigen Dampfexplosion führte.
Ab jetzt trennen uns nur noch 30 km Wellblechpiste von dem „grossen Rennen“.
Auf einem ausgetrockneten ca. 3x5 km grossen topfebenen Seebett befinden sich Steine, welche sich eine Art „Wettrennen“ liefern. Die bis zu 340 kg schweren Steine bewegen sich wie von Geisterhand über das ausgetrocknete Seebett und hinterlassen mehrere hundert Meter lange Bremsspuren.
Erst 2014 konnte das Mysterium der „rasenden“ Steine gelöst werden: Nur wenn im Winter eine dünne Eisschicht den See überzieht und diese auftaut, können die Steine von starken Windböen auf dem Eis ein paar Millimeter bis zu 60 Meter vorwärts geschoben werden.
Bis die gleiche Situation wieder eintritt, kann es Monate oder Jahre dauern, für uns Menschen ein unvorstellbar langsames Vorwärtskommen, für Steine aber ein „Hochgeschwindigkeitsrennen“.
Wir haben von holländischen Reisenden den Tipp bekommen, dass es im „Saline Valley“ eine Oase mit Hot Springs gibt. Vom „Racetrack“ würde eine kurze anspruchsvolle 4x4 Strecke direkt in die Nähe führen. Die Strasse ist jedoch gesperrt, ein steckengebliebener Pick-Up mit normalen Strassenpneus hat sich einen Plattfuss eingefangen.
Über eine andere, auch ziemlich abenteuerliche Passtrasse zum „Hunter Mountain“ und über den „South Pass“ fahren wir zum Camping von „Panamint Springs“.
Die Fahrt ist farblich sehr eindrücklich: Die karge braungelbe Graslandschaft in der Ebene wird von der späten Nachmittagssonne vergoldet und macht in der Höhe der Berge allmählich dem Grün der Bäume Platz, die von der untergehenden Sonne und den allmählich länger werdenden Schatten eine eigentümliche Tiefe ausstrahlen. Am Ende reiten wir wie ein einsamer Cowboy sprichwörtlich in den Sonnenuntergang und in das Dunkel der mondlose Nacht hinein.
Einen Tag später erreichen wir die Oase mit heissen Quellen und Badepots über eine Wellblechschotterpiste. Wir müssen zugeben, nach 80 km solcher Strassen bekommen auch wir langsam genug von der „Rüttelei“.
Es gibt eine untere grosse Oase, die inmitten von Palmen liegt und liebevoll mit Duschen, Badepools und Liegewiese gestaltet ist. Wir werden herzlich dazu eingeladen, uns dieses Juwel anzuschauen. Die Menschen darin sind nackt. Wir sind als einzige noch angezogen.
Die obere Oase hat zwei Pools mit Duschen und ein paar wenigen Palmen.
Kaum sind wir in einem Badepool, gesellt sich ein amerikanisches Pärchen zu uns und verwickelt uns in ein seltsames Gespräch.
Und dann passiert es: Kampfflugzeuge fliegen im Tiefflug über uns hinweg, einmal, zweimal und ein drittes Mal. Der Lärm ist ohrenbetäubend.
Andrea ist entsetzt und möchte subito weg.
Also machen wir uns wiederum auf den Weg und fahren über den „North Pass“ aus dem „Death Valley“ hinaus.
Unterwegs begegnen wir einem „wilden“ Esel. Diese Tiere gehören ursprünglich nicht in dieses Gebiet, sie sind hierher eingewandert. Vor ihnen wird gewarnt, sie können Menschen und Autos angreifen. Wir sehen schon einem bösartigen Esel auf uns zustürmen. Doch dieser Esel überquert seelenruhig die Strasse und bleibt müde am Strassenrand stehen.

Karte Death Valley NP:


























































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