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Capitol Reef NP

  • Andrea & Noé
  • 28. Sept. 2019
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Feb. 2022

Von Escalante geht es nun nach Boulder.

Dort biegt der „Burr Trail“ Richtung „Capitol Reef“ ab.




Es ist bereits später Nachmittag, als wir zum „Strike Valley Overlook“ hochfahren und von dort die grandiose Aussicht auf die 150 km lange Felsauffaltung des „Waterpocket Fold“ geniessen. Diese Szenerie wirkt auf uns unwirklich und nicht von dieser Welt.

Die Sandsteinfaltung war lange Zeit eine undurchdringliche Barriere. Der Name Riff stammt von früheren Entdeckern, die über das Meer gefahren waren und sich vor diesen Hindernissen gefürchtet hatten.



Wir übernachten in der Nähe auf einer kleinen Anhöhe und können beobachten, wie die Felsen des Gebirgszuges von der Sonne in sattes Rot getaucht werden und der Tag sich langsam verabschiedet und in die Nacht übergeht.


Das „Capitol Reef“ gehört zu den „Dark Sky Places“, da hier die grossen Städte sehr weit entfernt sind und den Nachthimmel nicht mit ihrem Licht „verschmutzen“.

Als es dunkel ist, öffnen wir im Dachzelt unsere „Fenster“. Die Köpfe in den weichen Kissen und die wärmende Decke über uns, schauen wir lange in den Sternenhimmel. Die Milchstrasse spannt sich wie eine riesige silbrige Brücke über das Firnament und die Sterne sind klar und deutlich zu sehen.

Es gibt nur noch die Sterne und uns und es fühlt sich so an, als ob wir auf dem Rücken liegend im Weltall schweben würden.




Am nächsten Tag geht es in den „Waterpocket Fold“ hinunter.

Hier endet der "Burr Trail" und mündet in die "Notom-Bullfrog Road".

Wir fahren Nicole und Sebastian entgegen, die mit der Fähre von „Halls Crossing“ nach „Bullfrog“ übersetzen.

Zusammen fahren wir die Strasse wieder hoch und übernachten in der Nähe unseres letzten Stellplatzes. Es gibt viel zu erzählen und auszutauschen. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Am Morgen besuchen wir mit ihnen den Aussichtspunkt auf den „Waterpocket Fold“.

Dieses Mal sehen wir die Faltung im Morgenlicht, ein ganz anderes Erlebnis.

Auf der Rückfahrt läuft eine Vogelspinne mitten auf der Strasse. Ihre Bewegungen erinnern an einen Roboter. Wir können erst weiterfahren, als Sebastian sie mit einem langen Ast auf die Strassenseite getragen hat.

Leider trennen sich unsere Wege bereits wieder: Nicole und Sebastian fahren Richtung „Escalante“ und wir weiter hinauf ins „Capitol Reef“.



Die Fahrt entlang der Faltung ist sehr interessant. Die Farbe Grau im Gestein ist für uns neu und zusammen mit dem Rot eine unerhörte Mischung.



Im Bereich rund um „Fruita“, einer ehemaligen Mormonensiedlung mit vielen Obstbäumen halten wir uns nicht lange auf.

Die Berge sind sehr schön, doch für unseren Geschmack hat es hier viel zu viele Leute.



Uns zieht es mit aller Macht ins „Cathedral Valley“, das durch eine ca. 100 km lange Schotterstrasse erschlossen ist. Zuerst ist eine kleine Furt zu durchfahren.

Je länger wir auf dem „Cathedral Valley Loop“ fahren, desto verrückter wird die Landschaft.

Dann begegnen uns „angemalte“ kleine Hügel, die „Bentonit Hills“. An einer Stelle dominieren runde weiche Formen in weiss und grau und die stark ansteigende Strasse scheint direkt in den Himmel zu führen. Die Gegend hat den wunderschönen Namen „Land des schlafenden Regenbogens“.



Als wir in der Dämmerung beim Camping eintreffen, ist dieser bereits voll.

Die Grenze zum BLM-Land liegt jedoch nur wenige hundert Meter dahinter und bald finden wir eine Stelle, wo wir übernachten können. Es ist bereits dunkel, als wir das Dach aufklappen. Noé versucht wieder, das Sternenlicht einzufangen.

Am nächsten Morgen nehmen wir die zweite Hälfte des Rundkurses in Angriff.

Wir sehen uns die Steinformationen im „Tal der Kathedralen“ an, die wie Gotteshäuser einer fremden Religion in den Himmel ragen.



Weiter hinten auf der Strecke liegen die beiden Monolithen „Temple of the Sun“ und „Temple of the Moon“.

Dort entdecken wir einen erstaunlichen Felsbrocken, welcher aus tausenden Glaselementen zu bestehen scheint. Der ca. 5 Meter grosse Glasberg steht alleine wie ein verlorener Meteroit in einer ihm fremden Landschaft aus Sand. Er besteht aus Selenit, einer Kalkverbindung.



Nur allzu bald ist die schöne Strasse zu Ende und wir verlassen das „Capitol Reef“ Richtung Norden.

Auf dem Weg besuchen wir den „Goblin Valley State Park“. Hier hat es Steinformationen aus Sandstein, die an Pilze oder Kobolde erinnern.



Wir übernachten ganz in der Nähe mit Sicht auf eine wunderschön geschichtete Bergkette, die in der Abendsonne in allen Farben leuchtet.



Karte Capitol Reef NP:


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