Baja Süd Teil 2
- Andrea & Noé
- 10. Nov. 2019
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Apr. 2021
Dann fahren wir nach "Loreto". Dort stellen wir unsere Autos in einem kleinen Campingplatz mitten in der Stadt ab und erkunden sie zu Fuss.
Am Abend trinken wir in einer kleinen Bar noch Margaritas.
Am nächsten Tag fahren wir weiter.
Unterwegs begegnen wir einem fahrenden Händler, der seine Waren lautstark anpreist.
Am Abend erreichen wir "Punta Bentonita" an der Pazifikküste.
Der Himmel ist bedeckt und es herrscht eine spezielle Stimmung am Strand.
Es ist faszinierend, wie anders der Pazifik sich zeigt: Wild und ungestüm rollen die Wellen an Land. Wenn man auf den Ozean hinaus schaut, möchte man gerne wissen, welches Leben in seinen Tiefen verborgen liegt. Ein Gefühl von Ehrfurcht vor diesem grossen Gewässer nimmt von einem Besitz.
Wegen dem Wind parkieren wir unsere Autos bei den Dünen.
Während dem Essen bekommen wir Besuch von einem Skorpion und einem riesigen Falter.
Mit Schrecken stellen wir später fest, dass unsere Fotokamera nach dem Gläschen Margarita unter dem Tisch der Bar liegen geblieben ist und sich aus dem Staub gemacht hat.
Traurig, wenn man einen solch treuen Reisegefährten verliert...
Nun bleibt uns nur noch das Handy von Noé.
In der Nacht regnet es und am Morgen ist der Himmel immer noch bedeckt.
Der Wind hat nachgelassen und die Wolken spiegeln sich im Wasser.
Krebse huschen wie Geister über den Sand und verschwinden in ihren Löchern.
Unser heutiges Tagesziel ist der marine Nationalpark "Cabo Pulmo"weiter im Süden.
Dort befindet sich das älteste Korallenriff der nordamerikanischen Westküste.
Jahrzehntelang lebten dort Fischer mit ihren Familien in Holzhütten auf den Sanddünen und hatten stets volle Netze. Doch der Reichtum am Riff sprach sich herum und zog Sportfischer und Trawlerkapitäne mit ihren Langleinen und Schleppnetzen an. So kam es, wie es kommen musste: Es gab immer weniger Fische und die Haie verschwanden.
Meeresforscher waren damals oft vor Ort und konnten die Fischerfamilien mit der Zeit überzeugen, dass sie den einmaligen "Unterwassergarten" durch ein nationales Schutzgebiet retten könnten. Und tatsächlich, nach und nach kamen die Fische und dann sogar die Haie zurück. Heute sind die ehemaligen Fischer in der Tourismusbranche tätig.
Dies bringt natürlich ganz andere Probleme mit sich...
Direkt am Meer finden wir einen schönen Platz, wo wir uns für zwei Tage häuslich einrichten.


Da das Wasser sehr unruhig ist, mieten wir für das Schnorcheln Schwimmwesten beim Besitzer des Grundstücks. Das ist zwar nicht so toll wie sonst, dafür ermöglicht es uns trotz Wellengang sehr nahe an die Felsen zu schwimmen, wo sich die Korallen befinden.
Die faszinierende Unterwasserwelt zieht uns immer wieder in ihren Bann und allzuoft vergessen wir die Zeit, wenn wir schwerelos mit den Fischen im Wasser schweben.
Wir begegnen "alten" Bekannten und entdecken immer wieder neue Tiere. Es hat zahlreiche Gelbschwanzdoktorfische. Ein ganz spezieller Fisch ist der hellblau und rosa irisierende Papageinfisch. Auch ein dunkelblauer kleiner Fisch, der sich immer sehr nahe bei den Korallen aufhält, gefällt uns sehr gut.
Als wir am Ufer entlang einen kleinen Spaziergang machen, möchte Andrea unbedingt noch schnorcheln gehen. Noé bleibt unterdessen an Land.
Der Gang ins Wasser lohnt sich, es hat viele verschiedene Fische. Fasziniert und erschrocken bemerkt Andrea plötzlich einen grossen Hai mit kleinen Begleitfischen an den Seitenflossen, der langsam auf sie zukommt, unter ihr hindurch schwimmt und im Blau des Ozeans verschwindet. Das Herz schlägt wie verrückt und die Gedanken überschlagen sich, erst nach ein paar Minuten gelingt es wieder ruhig zu werden und langsam an Land zu gleiten.
Auf dem Rückweg beobachten wir mehrere Einsiedlerkrebse, die sich mit ihren "Häuschen" ziemlich schnell auf den Felsen am Ufer fortbewegen können.
Am letzen Tag scheint die Sonne und das Meer liegt spiegelglatt vor uns.
Voller Freude möchten wir vor der Abfahrt noch einmal schnorcheln gehen. Doch das Meer ist voller kleiner Quallen. Ausgerüstet mit Leggings und langärmligem Pullover wagen wir uns trotzdem kurz ins Wasser. Die kleinen Quallen sind kaum zu spüren.
Dann fahren wir wieder nordwärts Richtung "La Paz".
Unterwegs füllen wir unsere Trinkwasservorräte in einem kleinen Geschäft auf.
Beim "Playa Balandra" stellen wir unsere Autos auf dem Parkplatz direkt oberhalb des Strandes ab.
Es herrscht gerade Ebbe und viele Leute waten aus der Bucht weit ins Meer hinaus.
Allmählich kehren die Tagesbesucher mit dem eigenen Fahrzeug oder mit dem Bus nach Hause zurück und es wird ruhiger. Hunde streunen umher und bellen ab und zu.
Wir werden von Sandmücken attackiert und ziemlich arg zerstochen.
Am nächsten Tag machen wir am Morgen eine Tour zu den Walhaien.
Diese Tiere sind die grössten Fische der heutigen Zeit. Sie können bis zu 13 Meter lang und 12 Tonnen schwer werden. Ihre Nahrung besteht Plankton und kleinen Fischen. Der Rücken ist mit zahlreichen weissen Flecken übersät. Jeder Fisch hat sein eigenes individuelles Muster.
Wenn die Walhaie mit offenem Maul Nahrung aufnehmen, bewegen sie sich langsam durch das Wasser und man kann sich ihnen leicht nähern und eine Weile neben ihnen dahingleiten. Wenn sie aber nicht fressen, sondern normal schwimmen , kann man unmöglich eine längere Zeit mit ihrem Tempo mithalten.
Das Schnorcheln mit Walhaien ist sehr anstrengend. Doch der Augenblick, wo man diesem Tier so nahe kommt, dass man es fast berühren kann, ist unbeschreiblich.
Nach dem Mittag bringen wir unsere Autos auf eine Lastwagenfähre.
Nur die Männer haben die Erlaubnis, dies zu tun. Die Frauen müssen warten, bis sie als Passagiere an Bord dürfen. Dort treffen wir auf Maria, eine junge Deutsche, die mit ihrem Freund unterwegs ist. Nach der Sicherheitskontrolle steigen wir für die letzten 100 Meter in einen Bus voller Soldaten, die den Gruss von jeder von uns wie eine Schulklasse im Chor wiederholt.
Auf dem Schiff befinden sich Lastwagenfahrer und Soldaten. Touristen hat es ausser uns fast keine. Der Bewegungsradius ist stark eingeschränkt: Es gibt mehrere kleine Aufenthaltsräume mit Sesseln, wo Filme laufen und nur ein kleiner Teil des Decks ist zugänglich.
Am Abend startet unsere Reise Richtung "Mazatlan", das auf dem Festland liegt.
Das Nachtessen nehmen wir draussen an einem kleinen Tisch ein. In der Nacht schlafen wir auf Wolldecken auf dem Boden. Am Morgen gibt es ein Frühstück und dann ist es schon bald soweit: Wir sehen das Festland, das sich allmählich nähert.
Was uns dort wohl alles erwarten wird?



















































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